Einen neuen Welpen oder Hund zu adoptieren, kann eine unglaublich bereichernde Erfahrung sein. Was genau erwartet dich bei diesem Prozess?
Weltweit gibt es unzählige Hunde in Tierheimen, die auf ein liebevolles Zuhause warten – darunter sowohl Welpen als auch ältere Hunde. Diese süßen Vierbeiner sind oft in einem Tierheim gelandet, weil sie einen schweren Start ins Leben hatten oder ihre vorherigen Besitzer:innen sich nicht mehr um sie kümmern konnten. Eines ist jedoch sicher: Diese Hunde brauchen jemanden, der ihnen viel Liebe und Verständnis schenkt.
Wenn du glaubst, dass du einem Tierheimhund oder -welpen ein warmes und glückliches Zuhause bieten kannst, lies weiter. Wir beantworten alle deine Fragen, u. a. wie du einen Hund adoptierst und wo du ein Tierheim findest.
Mehr über die Adoption erfahren
Einem Tierheimhund ein glückliches neues Zuhause zu geben, kann für dich eine bereichernde Erfahrung und für den Hund eine lebensverändernde Chance sein. Allerdings gibt es einiges zu bedenken und vorzubereiten, wenn du einen Hund aus dem Tierheim adoptieren möchtest.
Sollte ich einen erwachsenen Hund oder einen Welpen adoptieren?
Einen erwachsenen Hund oder Welpen aus einem Tierheim zu adoptieren, kann eine unglaublich bereichernde Erfahrung sein. Du unterstützt nicht nur die Arbeit einer wichtigen Einrichtung, sondern gibst einem Hund, der ein Zuhause sucht, eine zweite Chance.
Wenn du darüber nachdenkst, einen Hund zu adoptieren, gilt es zuvor, zu entscheiden, ob du Zeit für einen energiegeladenen Welpen hast oder lieber einen ruhigeren, älteren Hund möchtest. Welpen erfordern viel Hingabe – dazu gehören Training, Sauberkeitserziehung, Disziplin und viel Aufmerksamkeit, um sie optimal zu fördern. Deshalb ist ein Welpe keine gute Wahl, wenn du lange arbeitest oder tagsüber niemand da ist, der sich um ihn kümmern kann.
Ein älterer Hund hingegen hat oft schon eine feste Routine, ist in vielen Fällen bereits erzogen und in der Regel entspannter und gelassener.
Einen Freund fürs Leben finden
Wenn du unsicher bist, welcher Hund am besten zu deinem Lebensstil, deinem Zuhause und deiner Familie passt, kann dir dein örtliches Tierheim bei der Auswahl helfen. Wenn du dich für die Adoption eines Hundes oder Welpen interessierst, wirst du in der Regel gebeten, einen Fragebogen auszufüllen. So können Mitarbeitende deine aktuelle Situation besser einschätzen und dir einen passenden Hund empfehlen.
Tierheime sind erfahren darin, gute Matches zwischen Menschen und Hunden zu finden. Du kannst also sicher sein, dass sie dir helfen, einen Freund fürs Leben zu finden. Zudem bieten viele Organisationen lebenslange Unterstützung an. Solltest du jemals Probleme mit deinem Hund haben, stehen dir die meisten Tierheime gerne zur Seite. Und falls sich deine Lebensumstände ändern, nehmen viele Tierheime ihre Hunde sogar wieder zurück.
Wichtige Überlegungen bei der Adoption eines Hundes
Die Entscheidung, einen neuen Hund aufzunehmen, ist immer aufregend, aber es gibt einige wichtige Dinge, die du beachten solltest:
- In traurigen Fällen landen Hunde in Tierheimen, weil sie vernachlässigt oder schlecht behandelt wurden. Solche Hunde bringen manchmal eine schwierige Vergangenheit mit, aber das Personal wird dir ehrlich sagen, welche Bedürfnisse der Hund hat. Stelle sicher, dass du bereit bist, dich auf diese Herausforderung einzulassen, wenn du einen Hund mit einer schweren Geschichte adoptierst.
- Wenn du in einer Mietwohnung lebst, kläre vorher mit deiner Vermieterin bzw. deinem Vermieter ab, ob Hunde erlaubt sind.
- Wenn du bereits Hunde hast, sollte die Einführung eines Tierheimhundes vorsichtig und behutsam erfolgen.
- Hunde, die zuvor zur Zucht oder für Ausstellungen genutzt wurden, haben möglicherweise bestimmte Verhaltensweisen erlernt, mit denen du ihnen bei der Anpassung helfen musst.
- Es braucht Zeit und Geduld, um einem Tierheimhund zu helfen, sich in deinem Zuhause einzuleben und eine Bindung aufzubauen. Sei geduldig.
- Hunde brauchen viel Platz – sowohl drinnen als auch draußen. Stelle sicher, dass dein Wohnraum groß genug ist, bevor du einen Hund adoptierst.
- Du brauchst ausreichend Zeit. Hunde benötigen tägliche Spaziergänge und Interaktion. Überlege, ob du genug Zeit hast, um ihre Bedürfnisse nach Bewegung, Sozialisierung und Training zu erfüllen.
- Die Adoption eines Hundes ist mit Kosten verbunden. Neben den Adoptionsgebühren, die von Tierheim zu Tierheim variieren, solltest du etwa die langfristigen Kosten für einen Welpen bedenken. Dazu gehören die Versicherung für dein Haustier, mögliche tierärztliche Behandlungskosten und Routinebehandlungen, Futter, Pflege, Zubehör, Spielzeug und die Kosten für eine Hundepension, wenn du im Urlaub bist.
Hunderassen
In Tierheimen gibt es eine große Vielfalt an Hunderassen – von West Highland Terriern bis zu Huskys, man weiß nie genau, was einen erwartet! Dort findet man häufig viele Mischlingshunde.
Wie adoptiere ich einen Hund?
Wenn du darüber nachdenkst, einen Hund zu adoptieren, musst du als erstes ein Tierheim oder eine Adoptionsstelle finden. Es gibt Hunderte von Möglichkeiten online oder in deiner Nähe. Es ist sinnvoll, ein Tierheim in deiner Nähe auszuwählen, da manche Einrichtungen mehrere Besuche verlangen, um sicherzustellen, dass du und dein zukünftiger Hund gut zusammenpassen.
Hast du deinen perfekten Hund gefunden, musst du meist ein Bewerbungsformular ausfüllen. Darin machst du Angaben zu dir, deiner Familie und deinen Lebensumständen. Das hilft dem Tierheim, einzuschätzen, ob der Hund zu dir passt. Danach wirst du in der Regel per Telefon oder E-Mail kontaktiert, um einen Termin zu vereinbaren, bei dem du deinen potenziellen neuen Begleiter besser kennenlernen kannst.
Beim Besuch hast du die Möglichkeit, Zeit mit deinem Wunschhund zu verbringen und ihn besser kennenzulernen. Oft kannst du auch andere Hunde treffen und mit ihnen spazieren gehen, um sicherzugehen, dass du die richtige Wahl triffst.
Einige Tierheime führen vor der offiziellen Adoption einen Hausbesuch durch, um sicherzustellen, dass dein Zuhause eine geeignete Umgebung für den Hund bietet. Wenn du bereits andere Haustiere hast, möchten sie möglicherweise auch sehen, ob der Hund sich mit ihnen versteht.
Das erste Kennenlernen
Wir alle lassen uns manchmal von unserem Herzen leiten. Du siehst vielleicht einen süßen kleinen Fellball in deinem örtlichen Tierheim und verliebst dich sofort – nur um später zu Hause festzustellen, dass eure Persönlichkeiten nicht zueinander passen.
Bevor du eine Bindung zu deinem Hund aufbaust (Link zum neuen Artikel „Wie man eine Bindung zu seinem Hund aufbaut“, sobald erstellt), solltest du daher beim ersten Treffen mit deinem potenziellen neuen Haustier eine Liste mit Fragen an das Personal mitbringen. Die folgenden Fragen sind ein guter Ausgangspunkt:
- Wurde der Hund als Welpe ausreichend sozialisiert?
- Wie alt ist er?
- Gibt es besondere Bedürfnisse, die ich beachten muss?
- Wie lange ist der Hund schon im Tierheim?
- Gibt es Informationen über sein Leben vor dem Tierheim?
- Welche Art von Training hat er bereits erhalten?
- Für ältere/erwachsene Hunde: Versteht er sich gut mit anderen Tieren? Aufgrund ihrer Vorgeschichte können manche Hunde andere Tiere nicht gut akzeptieren und müssen an der Leine geführt werden, um die Sicherheit anderer Hunde zu gewährleisten.
- Kommt er gut mit Kindern zurecht? Diese Frage ist besonders wichtig, wenn du selbst Kinder hast oder Kinder in deinem Familien- oder Freundeskreis sind.
Diese Fragen sind ein guter Anfang. Nimm dir vor deinem Besuch die Zeit, eine Liste mit allen wichtigen Fragen zusammenzustellen. Überlege auch, welche Eigenschaften du dir bei einem Hund wünschst oder welche du eher vermeiden möchtest. So stellst du sicher, dass die Chemie zwischen dir und deinem adoptierten Hund von Anfang an stimmt und das Risiko minimiert wird, dass der Hund zurückgegeben werden muss.
Eine Bindung zu deinem Hund aufbauen
Einen adoptierten Hund nach Hause zu bringen, ist der Beginn einer besonderen Reise, bei der Vertrauen und eine enge Bindung der Schlüssel zu seinem Glück – und deinem – sind. Sich Zeit zu nehmen, um seine individuellen Bedürfnisse, Vorlieben und Eigenheiten zu verstehen, schafft eine sichere und liebevolle Umgebung, die ihm hilft, aufzublühen. Durchdachte Entscheidungen bei seiner Pflege wie hochwertiges Futter, das auf seine Gesundheit abgestimmt ist, können einen großen Unterschied für sein Wohlbefinden machen.
Einfache Dinge wie tägliche Spaziergänge, Spielzeit oder ruhige Momente zusammen stärken eure Verbindung und lassen ihn sich als Teil der Familie fühlen. Diese Bindung bereichert auch dein Leben und beschert dir bedingungslose Liebe und treue Gesellschaft in jedem gemeinsamen Moment.
Denke daran, dass ein neues Zuhause deinen Hund anfangs einschüchtern kann. Es braucht Zeit, bis er seine wahre Persönlichkeit zeigt. Je nach seinen bisherigen Erfahrungen kann es auch dauern, bis er Ängste überwindet. Sei geduldig, konsequent und unterstützend – manchmal kann dieser Prozess sogar Jahre dauern!
Kostet es Geld, einen Hund zu adoptieren?
Die meisten Tierheime verlangen eine Adoptionsgebühr, die von Einrichtung zu Einrichtung unterschiedlich ist. Diese Gebühr trägt in der Regel dazu bei, die Kosten für den Aufenthalt deines Hundes im Tierheim zu decken, und hilft dem Tierheim, weiterhin anderen Tieren zu helfen.
Die Adoptionsgebühr umfasst oft auch die Impfungen deines Hundes, die Kastration – sofern er alt genug ist – sowie eine vollständige tierärztliche Untersuchung.
Wie rette ich einen Straßenhund?
Bevor du einen streunenden Hund rettest, solltest du zunächst sicherstellen, dass er wirklich heimatlos ist. Frag in der Umgebung, ob jemand den Hund kennt, und poste online, um herauszufinden, ob er vermisst wird. Besuche außerdem eine tierärztliche Praxis, um zu prüfen, ob der Hund einen Mikrochip hat.
Wenn feststeht, dass der Hund tatsächlich kein Zuhause hat, bring ihn für eine vollständige Untersuchung, erforderliche Impfungen, Parasitenbehandlung und zum Implantieren eines Mikrochips in eine tierärztliche Praxis, bevor du ihn bei dir aufnimmst. In Deutschland sind echte Straßenhunde eher selten. Möchtest du einen Straßenhund aus dem Ausland mit nach Deutschland bringen, ist dies in vielen Fällen nicht direkt möglich. Innerhalb der EU gelten ein EU-Heimtierausweis mit dem Nachweis bestimmter Impfungen und ein Mikrochip als Mindestanforderung. Für Hunde aus Nicht-EU-Ländern sind die Hürden oft höher. Befolge die Vorschriften! Sie stellen unter anderem sicher, dass keine gefährlichen Erkrankungen, z. B. Tollwut, nach Deutschland eingeschleppt werden.
Wie lange dauert der Prozess, einen Hund zu adoptieren?
Die Dauer des Prozesses variiert von Fall zu Fall. Wenn du einen ängstlichen oder nervösen Hund mit einer schwierigen Vergangenheit adoptierst, wirst du das Tierheim wahrscheinlich mehrmals besuchen müssen, damit der Hund sich an dich gewöhnen kann. Auch ein möglicher Hausbesuch durch das Tierheim kann den Prozess verlängern.
Das war unser Leitfaden zur Adoption eines Hundes! Wenn du bereit bist, einen neuen Hund in deinem Zuhause willkommen zu heißen, wirf einen Blick in unseren ausführlichen Ratgeber.